oder besser mit Kälte behandeln?
Bei Mückenstich Hitze oder Kälte??? Welche Behandlung soll denn nun richtig sein? Das widerspricht sich doch völlig! Und wenn eins davon richtig ist, muss doch das andere doch wohl falsch sein!?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns ein bißchen genauer ansehen, was da passiert.
Um es vorweg zu nehmen: Beide Methoden haben ihre Berechtigung und sind erfolgreich. Sie zielen jedoch auf verschiedene Folgen eines Stichs. Beide können auch sinnvoll zusammen angewendet werden: zuerst benutzt man für die Behandlung der Mückenstiche Hitze und danach Kälte. Und nicht nur bei Mückenstichen, sondern bei Stichen und Bissen von Bienen, Wespen, Flöhen, Wanzen und noch einigem mehr. Wie und warum, das sehen Sie gleich.
Der geheime Joker, den kaum jemand kennt!
Die Hitzebehandlung mit einer Tasse heißem Wasser.
Diese Behandlung hilft zuverlässig gegen die üblichen unangenehmen Folgen von Insektenstichen.
Übrigens: Genauso effektiv, aber praktischer und komfortabel geht es mit dem elektronischen (thermischen) Stichheiler.
Die Wärmemethode ist der absolute Favorit in vielen, ja den meisten Fällen, wenn Insektenstiche behandelt werden sollen. Diese Behandlung können Sie ganz einfach zu Hause selber durchführen. Sie brauchen nur heißes Wasser und eine Tasse. Prüfen Sie immer zunächst die Temperatur. Achten Sie sehr darauf, sich dabei nicht zu verbrennen!
Hier soll ein Insektenstich am Arm behandelt werden.
Heißes Wasser wird in eine Tasse gefüllt.
Wichtig: Temperatur prüfen. Es soll heiß sein, aber nicht zu heiß.
Die heiße Tasse für 10 bis 60 Sekunden an den Stich halten.
Oft führt die Hitze zunächst dazu, dass das Jucken oder Brennen für einige Augenblicke noch mehr zunimmt. Dann aber hört es rasch ganz auf. Bei Bedarf kann die Behandlung wiederholt werden. Dies ist jedoch nur selten nötig.
Erfahrungsbericht Stichheiler
Verschiedene Methoden der Wärmebehandlung habe ich in einem Erfahrungsbericht miteinander verglichen. Besonders den Riemser Pharma "Bite Away" Stichheiler habe ich dabei unter die Lupe genommen. Ich habe sowohl Vorteile als auch Kritikpunkte für Sie herausgearbeitet.
Was passiert eigentlich bei einem Insektenstich?
Bei einem Stich oder Biss bringt das Insekt verschiedene chemische Stoffe in die Wunde hinein. Bei Parasiten zählen dazu meist betäubende Stoffe, damit das Opfer den Angriff nicht wahrnimmt und den Blutsauger nicht bei seiner Mahlzeit stört. Außerdem können Substanzen zur Blutverdünnung enthalten sein, damit das Blut nicht gerinnt, sondern schön flüssig bleibt. Bei Insekten mit einem Wehrstachel sind diese Chemikalien nicht enthalten, dafür andere, die sogleich heftigen Schmerz auslösen sollen.
Das Insektengift ruft in unserer Haut eine Abwehrreaktion hervor. Der menschliche Körper reagiert auf den Stich mit der Ausschüttung von Histamin. Dieser Stoff bewirkt Juckreiz, Schmerz und Schwellung, auch Quaddeln oder Blasen können entstehen. Die Stelle rötet sich, die Haut erwärmt sich, das Gewebe schwillt an und schmerzt. Der Stich brennt, juckt oder tut weh.
Gefahren bei Insektenstichen
Grenzen dieser Methoden: Wann Ihnen bei Insekten- oder Mückenstich Hitze oder Kälte NICHT hilft.
In den allermeisten Fällen wird unser Körper problemlos mit den Folgen eines Insektenstichs fertig. Die Hautverletzung nur winzig klein und das Insektengift stellt bei unserer Körpergröße keine ernstliche Gefahr dar, von wenigen Ausnahmen in exotischen Ländern abgesehen.
In bestimmten Fällen können aber Gewebeveränderungen entstehen (sogenannte Nekrosen) und kleine Narben zurück bleiben.
Vor allem sollte man sich über eine andere Gefahr im Klaren sein, nämlich die einer Infektion mit diversen Krankheiten. Bei uns betrifft dies im Wesentlichen die Stiche von Zecken in bestimmten Regionen Deutschlands sowie Mückenstiche in verschiedenen Reiseländern.
Die Insekten bringen bei ihrem Stich oder Biss körpereigene Flüssigkeiten in den Körper ihrer Opfer hinein. Dabei handelt es sich unter anderem um Substanzen, die Schmerzen hervorrufen sollen oder aber die Nerven um die Einstichstelle empfindungslos machen, um solche die Blutgerinnung verhindern oder die die äußeren Hautzellen auflösen.
Dies bringt das Risiko mit sich, dass Krankheitserreger aus dem Insekt in das Opfer übertragen werden können. Auf diese Weise wird die Gehirnentzündung (medizinisch Frühsommer-Meningoenzephalitis, FSME) und die Borreliose bei uns durch Zecken übertragen oder die Malaria in südlichen Ländern durch bestimmte Mückenarten. Ein weiteres Beispiel ist die Übertragung der berüchtigten Pest durch Flöhe, einer Seuche, der früher in Europa ganze Landstriche zum Opfer gefallen sind. Die Haut reagiert mit den typischen Merkmalen einer Entzündung.
Insektenstiche können allergische Reaktionen hervorrufen, die bis hin zu einem lebensbedrohlichen Schockzustand reichen können.
Insekten- oder Mückenstiche: Hitze hilft
Die Zuführung von Hitze gegen Mückenstiche oder bei anderen Insektenstichen beruht auf einem ganz anderen Aspekt.
Wie genau bei Mückenstichen Hitze wirkt, ist noch nicht ganz klar. Hier sind die genauen Vorgänge noch nicht völlig erforscht. Zunächst muss man wissen, dass höhere Temperaturen biochemische Vorgänge in unserem Körper beschleunigen. Dabei können bestimmte Stoffe zerstört werden, z.B. Einweiße.
Nun gibt es zwei mögliche Erklärungen für die Erfahrung, dass gegen Insektenstiche Hitze so erstaunlich gut hilft. Vielleicht sind auch beide richtig.
1. Hitze könnte das Insektengift unwirksam machen.
2. Hitze könnte das Histamin im Gewebe unwirksam werden.
Welche praktikablen Möglichkeiten gibt es nun für die Mückenstiche- Hitze- Behandlung? Im Prinzip ist jede Wärmquelle geeignet, die einen sehr kleinen Bereich der Haut um den Stich herum für etwa 10 bis maximal 60 Sekunden auf eine Temperatur von 50 bis 60° C erhitzen kann. Manche der empfohlenen Methoden sind zwar effektiv, aber sehr unpraktisch oder gar gefährlich. Zu lange zu heiß schädigt die Haut durch Verbrennungen. Die folgenden Methoden sind gut geeignet, probieren Sie es aus! Aus gutem Grund finde ich persönlich den Stichheiler am praktischsten, aber die anderen Methoden kosten nichts und sind ebenfalls zuverlässig.
Gegen Mückenstiche Hitze!
heißes Wasser
Eine Tasse mit heißem Wasser füllen und an den Stich halten.
Stichheiler
Elektronischen Stichheiler aufsetzen und Knopf drücken.
heißer Löffel
Löffel erhitzen und Temperatur prüfen, dann aufsetzen.
heißes Ei
Die Einstichstelle mit frisch gekochtem ganzem Ei erhitzen.
Insektenstich mit Kälte behandeln
1. Kälte vermindert die Wahrnehmungsfähigkeit der Nerven in der Haut. Hatten Sie schon einmal so richtig kalte Finger? Dann wissen Sie, dass ein Taubheitsgefühl dabei auftreten kann (und durch die Unterkühlung schließlich auch mit Sicherheit auftreten wird).
Wenn die Nerven durch den Stich oder Biss gereizt sind, wird Kälte also unsere Sensibilität verringern, so dass wir das Jucken, Brennen, Schmerzen deutlich weniger spüren. Zwar hilft dies nur so lange, bis bei Raumtemperatur die normale Empfindlichkeit der Nerven wieder hergestellt ist. Aber die Erleichterung kann durchaus noch nachwirken. Und da dabei manchen Mückenstichen der Juckreiz sowieso nicht lange andauert, ist in vielen Fällen das Problem damit gelöst.
2. Die zweite Wirkung von Kälte auf unseren Organismus zeigt sich darin, dass das Gewebe und die äußeren Blutgefässe in der Haut sich zusammenziehen und enger werden. Aus diesem Grund wird Kälte erfolgreich gegen Entzündungen und Schwellungen angewendet.
Kälte hilft also erstens zumindest zeitweise gegen Juckreiz und Schmerz. Zweitens hilft Kälte gegen Entzündung und Schwellung.
Besonders Wespenstiche und Bienenstiche sind häufig mit Schwellungen der Haut verbunden. Dagegen ist Kühlung das beste Mittel.
Methoden zur Behandlung mit Kälte
Sie können eine Kühlung von Insektenstichen auf verschiedene Weise erreichen. Es ist genau so einfach wie die Mückenstich- Hitze- Behandlung und sollte idealerweise auf diese folgen.
- Ein eher geringer Kühleffekt entsteht durch ein Gel wie z.B. Soventol oder Fenistil. Jedoch sind diese Gels so praktisch in der Anwendung, dass sie von vielen Menschen regelmäßig benutzt werden.
- Stärkere Kühlung erreichen Sie mit einem feuchten Umschlag oder alternativ auch einem Alkoholumschlag. Einen feuchter Umschlag ist eine überlieferte Behandlungsweise gegen vielerlei Beschwerden.
- Sehr stark kühlend wirken Kälteakkus aus dem Gefrierschrank oder entsprechende Coldpacks. Dabei wird die Empfindung der Nerven sehr schnell völlig ausgebremst. Vorsicht aber vor Unterkühlung, die die Haut langfristig schädigen kann.
kalter Umschlag
Umschlag mit kaltem Wasser auf den Stich bringen.
Kälteakku
Kälteakku mit einem Tuch darunter auf die Haut legen.
Coldpack
Coldpack mit einem Tuch darunter auf den Stich legen.
Alkoholumschlag
Ein Tuch mit Alkohol befeuchten und auf die Haut bringen.
weiterführende Infos
Insektenstiche behandeln
Thermischer Riemser Pharma "Bite Away" Stichheiler im Test
Ich habe mit verschiedenen Methoden der Wärmebehandlung meine persönlichen Erfahrungen gemacht. In diesem Bericht habe ich sie miteinander verglichen. Außer den Vorteilen habe ich auch Kritikpunkte dargestellt.
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weitere Infos über die Behandlung von Insektenstichen
Mückenstiche- Hitze- Behandlung, Insektenstiche von Mücken, Grasmilben, Flöhen, Läusen, Wanzen, Bienen, Wespen, Ameisen mit Wärme oder Kälte behandeln. (Genau genommen zählen Milben und Zecken nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren. Unsere Haut aber reagiert auf ihre Bisse ebenfalls mit Juckreiz, Rötung und Schwellung.) Mückenstiche: Hitze gegen Mückenstiche